Die Franken und die Nordlichter. Die machen immer mal wieder Regionaltreffen. Die Franken sogar zweimal im Jahr und immer an anderer Stelle. Dann immer für einen Tag. Die Nordlichter meist in Ritterhude bei DJ3BU, Holger mit xyl Dorit und in der alten Mühle. Ein Wochenende lang.
Früher waren die Regionaltreffen des "Wilden Westens" legendär. Da ist es aber ruhiger geworden an Rhein und Ruhr. Also hier mal das letzte Frankentreffen vom Frühjahr 2026 und das Nordtreffen vom letzten Jahr. Alfred, DL8NCU, berichtet:
33. Franken-Conveniat-Treffen am 1. Mai 2026
Dem Himmel so nah
Nach Errichtung des Bistums Bamberg durch Kaiser Heinrich II. im Jahre 1007 gründete Eberhard, der erste Bischof von Bamberg, 1015 auf einem der sieben Hügel Bambergs das Benediktinerkloster St. Michael. Der heutige Kirchenbau ist eine im Kern romanische Kirche, die 1121 eingeweiht wurde. 1610 wurde sie bei einem Brand so schwer beschädigt, dass das Langhaus und der Westbau mit den zwei Westtürmen so gut wie neu errichtet werden mussten. Ab 1696 gestaltete Leonhard Dientzenhofer die zweigeschossige, barocke Außenfassade und Johann Dientzenhofer fügte ab 1723 die vorgelagerte Terrasse hinzu. Die gute wirtschaftliche Grundlage des Klosters beruhte auf seinem großen Grundbesitz in der Stadt Bamberg und 141 Orten des Bistums. Die 24 verbliebenen Mönche mussten 1803 infolge der Säkularisation das Kloster verlassen. Die Klosterbibliothek wurde im gleichen Jahr in die neugegründete Kurfürstliche Bibliothek Bamberg (die heutige Staatsbibliothek Bamberg) überführt. Das Kloster kam in den Besitz der Stadt Bamberg, die schon im November 1803 auf Bitten der Bürgerschaft die alten Spitäler aus der Innenstadt auf den Michelsberg verlegte. 2002 wurden das frühere Altenheim im Konventbau sowie der Kanzleiflügel umfassend umgebaut und seit 2013 werden diese Räumlichkeiten von städtischen Ämtern genutzt.
Der sogenannte Himmelsgarten (so wird das 1617 vollendete barocke Deckengewölbe bezeichnet) erstrahlt wieder so frisch, als wäre die Farbe gerade erst getrocknet. Das einmalige Kunstwerk mit über 580 detailgetreuen Darstellungen von Heil-, Nutz- und Zierpflanzen steht sinnbildlich für das Paradies und zeigt neben einheimischen Gewächsen auch exotische Pflanzen wie Ananas, Baumwolle oder Granatapfel. Die Gemälde in den Gewölbefeldern der Seitenschiffe wurden erst im 18. Jahrhundert, gut einhundert Jahre später, aufgebracht. Mehrere Singvögel und sechs Papageien sind die einzigen Tiere auf den Deckengemälden. Fast alle Pflanzen sind in blühendem oder fruchttragendem Zustand abgebildet. Fehler in der Darstellung oder Farbwiedergabe sind selten, z. B. ist die Blüte der Bohne gelb statt weiß gemalt. Die Anordnung der Pflanzen folgt einer Hierarchie, wie sie der Bischof und Universalgelehrte Albertus Magnus (1200 - 1280) beschrieb. Für ihn waren die Bäume die vollkommensten Pflanzen, weshalb in der Vierung und im Querhaus Bäume und Sträucher vorherrschen, wobei im Mittelschiff der Schwerpunkt auf Obstgehölzen liegt. In den Seitenschiffen sind hingegen vorwiegend Blumen mit kräftigen Blüten wie Narzissen und Enziane dargestellt. Die von ihm am wenigsten geschätzten Gewächse, Pilze und Feldfrüchte, fehlen ganz.
Vom Ostplateau hinter der Kirche eröffnet sich eine eindrucksvolle Aussicht. Am Südhang der Klosteranlage wird, wie bereits im 13. Jahrhundert, wieder Silvaner angebaut. Vom Weinberg schweift der Blick zum barocken Terrassengarten mit einem großen Bestand an alten Obstbäumen, zum Delphin-Brunnen und den drei Pavillons und schließlich über die Dächer Bambergs hinweg bis zum Staffelberg - ein schlichtweg atemberaubendes Panorama.
Der Krimi „Pfarrer Braun - Braun unter Verdacht“ mit Ottfried Fischer in der Hauptrolle spielt zu großen Teilen auf dem Michelsberg, der immer wieder in Luftaufnahmen gezeigt wird.
In der ehemaligen Klosterbrauerei wurde das Fränkische Brauereimuseum eingerichtet, aber dessen Besichtigung haben wir uns einstimmig für später aufgehoben. Statt sich die Braukunst per Audio-Guide erklären zu lassen, begaben wir uns lieber in den Biergarten der Gastwirtschaft Melber, um bei herrlichem Sonnenschein ausgiebig die Gemeinschaft bei Brotzeit und Bier zu genießen.
Alfred, DL8NCU Fotos: Norbert, DL9NAC













